Ich bekomme keine Rückmeldung auf meine Bewerbung – Mimimi.. #3

Wie bewerbe ich mich nun richtig?

Gehen wir einmal von der Annahme aus, dass ihr euch mitten im Bewerbungsprozess befindet. Es wurden bereits 20 Bewerbungen verschickt. Resonanz? 0!

Kommt euch dieses Szenario bekannt vor? Woran liegt dies? Was kann man daran ändern? Haben gar die Illuminaten etwas damit zu schaffen?

1. Nimm dir Zeit.

Qualität vor Quantität. Hört mit diesen Streubewerbungen auf. Auch wenn ich zeitweise kein Freund von der Arbeitsweise eines Recruiters bin, weiß ich, dass jene eine Streubewerbung sofort erkennen und auf den Absagenstapel legen.

Findet den Namen der Ansprechperson und passt eure Bewerbung an die Firma an. Stellt einen Bezug zum Unternehmen her. Erwähnt das letzte erfolgreich abgeschlossene Projekt oder zitiert doch eine

Aussage der Geschäftsführung aus der Unternehmensvision. Eurer Fantasie sind diesbezüglich keine Grenzen gesetzt.

2. Timing

Berücksichtigt bitte den Versandzeitpunkt eurer Bewerbung. Laut Analysen werden Montag gegen 12:00 Uhr die meisten Bewerbungen verschickt. Verständlich. Nach einer schlechten Woche wird am Wochenende über einen Berufswechsel entschieden und gleich am Montag die Bewerbung verschickt. Nun ist es meiner Meinung nach nicht von Vorteil seine Bewerbung mit allen anderen zum gleichen Zeitpunkt zu verschicken.

Man fährt ja auch nicht in der Rush Hour auf die Autobahn. Wie wäre es also mit freitags? Oder noch besser: Am Samstag um 03:00 Uhr morgens? Dies wäre doch der perfekte Einstieg:

„Sehr geehrte Frau Müller,

es ist 03:00 Uhr morgens. Die letzten Stunden habe ich damit verbracht Ihr Unternehmen und meine zukünftige Tätigkeit als Software Engineer zu analysieren. Nun besitze ich die Gewissheit, dass ich mit meiner …“

Dies wäre sicherlich ein neuer Ansatz. Sicherlich sticht ihr damit mehr aus der Menge hervor als das 100te „Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als..“

3.  Format

Wir befinden uns in einem digitalen Zeitalter. Selbst für moderne Branchen kommen ein Großteil der Bewerbungen per Mail oder Upload an. Hebt euch von der Masse ab. Ein paar Ideen gefällig?

a. Reisebüro: Packt eure Bewerbung einen selbst gebastelten Reisekoffer. (Schuhschachtel)

b. Digitale Medien/Videoschnitt: Wie wäre es mit einem Videodreh?

c. Ökobranche: Schreibt die Bewerbung doch auf ein Stück Rinde?

d. Baubranche: Je nach Einsatzgebiet empfehle ich vom klassischen Anrufen (Hier natürlich eine gute Einleitung parat haben) bis hin zum 3D-Miniatur-Druck Modell alles.

e. Lehrkraft: Aufzeichnung einer inszenierten Unterrichtsstunde welche, natürlich, die Lehrkraft darstellt.

Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ist euch der Job wichtig? Dann nehmt euch die Zeit für eine aussagekräftige Bewerbung. Zeitraubender ist es 20 Streubewerbungen zu verschicken und keine Antwort zu erhalten.

4.  Eingescannte Dokumente

Oftmals werden von Konzernen sogenannte CV-Parser verwendet. Bei mehreren hundert eingelangten Bewerbungen pro Tag ergibt dies natürlich Sinn. Jene Programme scannen eure Unterlagen und fügen die ausgelesenen Parameter in eine Datenbank ein.

Aufgrund von technischen Diskrepanzen gibt es oftmals Probleme beim Einlesen von ausgedruckten und wieder eingescannten Dokumenten. Falls ihr eine Unterschrift hinzufügen wollt – macht dies Digital. Falsch bzw. fehlerhaft eingelesene Dokumente werden nicht korrekt in die Datenbank eingelesen: Ihr werdet diesbezüglich auch nie benachrichtigt.

Zu guter Letzt ist zu sagen: Je nach Branche kann man seiner Kreativität ruhig freien Lauf lassen. Ein bisschen Farbe in dem alltäglichen Alltagstrott eines Recruiters zu bringen ist oftmals die Eintrittskarte für eine Rückmeldung bzw. ein Bewerbungsgespräch.